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Freiwilliges Engagement in Österreich

Freiwilliges Engagement Freiwilliges Engagement liegt vor, wenn natürliche Personen freiwillig Leistungen für andere, in einem organisatorischen Rahmen, unentgeltlich, mit dem Zweck der Förderung der Allgemeinheit oder aus vorwiegend sozialen Motiven und ohne dass dies in Erwerbsabsicht, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses oder im Rahmen einer Berufsausbildung, erfolgt, erbringen. hat in Österreich einen großen Stellenwert. In den letzten Jahren wurden zur Förderung des freiwilligen Engagements auf den unterschiedlichsten Ebenen und in den verschiedensten Bereichen Maßnahmen gesetzt, die der stetigen Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Realisierung dieses bedeutungsvollen Engagements dienen. Mit dem Bundesgesetz zur Förderung von freiwilligem Engagement ( FreiwG, Fassung vom 31.03.2017.pdf) wurde 2012 erstmals ein rechtlicher Rahmen zur Unterstützung dieses gesellschaftlich wichtigen und wertvollen Einsatzes geschaffen.

In Organisationen und Vereinen sind rund 2 Millionen Menschen unbezahlt aktiv tätig. Freiwilliges Engagement bietet unserer Gesellschaft einen Mehrwert, ist aber kein Ersatz für bezahlte Arbeit. Der Zeitaufwand für freiwilliges Engagement ist erheblich. Sieben von zehn freiwillig Engagierten sind bis zu 30 Tage im Jahr im Einsatz.

Die Mehrzahl der Freiwilligen engagiert sich regelmäßig. Viele engagieren sich - oft zusätzlich - bei zeitlich begrenzten Projekten. Freiwilliges Engagement bringt nicht nur der Gesellschaft, sondern auch dem Einzelnen viel. Freiwilligenarbeit ist nicht nur ein interessanter Ausgleich zu Beruf und Ausbildung, sondern eine spannende Chance, sich neue Kompetenzen anzueignen, eigene Stärken zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen, sich einzubringen, mitzugestalten und aktiv zu bleiben. Das eröffnet viele neue Perspektiven. Nahezu jeder zweite männliche Befragte engagiert sich freiwillig. Bei den Frauen beträgt der Anteil rund 42 Prozent.

Vergleicht man  formelle Formelle Freiwilligenarbeit bzw. Ehrenamt: Dabei handelt es sich um unbezahlte Leistungen in Organisationen und Vereinen (z. B. Freiwillige Feuerwehr, Rettungsdienste, Sozialein­richtungen, Sportvereine, Kultur- vereine, Umweltvereine, Kirche etc.). und  informelle Informelle Freiwilligenarbeit bzw. Nachbarschaftshilfe: Sie erfolgt ebenfalls unbezahlt im privaten Umkreis außerhalb des eigenen Haushaltes. Dazu zählen z. B. Amtswege erledigen, Unterstüt­zung bei Haus- und Gartenarbeiten, persönliche Unterstützung etc. Freiwilligentätigkeit, so zeigt sich, dass im formellen Bereich der Anteil der Männer um rund 8 Prozentpunkte höher als jener der Frauen ist. Mitausschlaggebend ist dabei, dass Männer sich verstärkt Freiwilligentätigkeiten zuwenden, die ein höheres Sozialprestige als beispielsweise die Nachbarschaftshilfe haben. Männer fühlen sich eher von Ehrenämtern angezogen, die Funktionen bzw. Möglichkeiten bieten, Ansehen zu erwerben und dadurch den eigenen gesellschaftlichen Status zu erhöhen.

Untersuchungen zeigen, dass in der Freiwilligenarbeit Fähigkeiten wie Verantwortungsbereitschaft, rhetorische Fähigkeiten, organisatorisches Talent, Teamfähigkeit oder Führungsqualität trainiert werden. Zahlreiche Unternehmen berücksichtigen freiwilliges Engagement bei Bewerbungen. Freiwilligenarbeit verbessert für jüngere Menschen deshalb auch die persönlichen Arbeitsmarkt- und Karrierechancen. Tätigkeiten in der Freiwilligenarbeit können zudem neue soziale Kontakte bringen, ein aktives gesellschaftliches Leben fördern und die Lebensqualität erhöhen. Studien dokumentieren den engen Zusammenhang zwischen Freiwilligenarbeit und Gesundheit. Freiwilliges Engagement kann sich positiv auf den Gesundheitszustand, das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl, insbesondere auch im Alter auswirken.

Enorme 46% der Bevölkerung ab 15 Jahren betätigen sich freiwillig und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und unsere hohe Lebensqualität.

Freiwilligensektor auf einen Blick
> Katastrophenhilfs- und Rettungsdienste
> Kunst, Kultur, Unterhaltung und Freizeit
> Umwelt, Natur und Tierschutz
> Kirchlicher und religiöser Bereich
> Sozial- und Gesundheitsbereich
> Politische Arbeit und Interessenvertretung
> Bürgerschaftliche Aktivitäten
> Bildung
> Sport und Bewegung


 

Österreichischer Freiwilligensektor

Katastrophenhilfsdienste

Insgesamt engagieren sich in Österreich rund 360.000 Personen freiwillig für Katastrophenhilfs-...

Kirche und Religion

Im kirchlichen und religiösen Bereich spielt Freiwilligentä­tigkeit mit rund 360.000...

Politische Arbeit

Rund 216.000 Personen engagieren sich in Österreich ehrenamtlich im Bereich Politik und...

Gemeinwesen

Der Bereich bürgerschaftliche Aktivitäten und Gemeinwesen hat in Österreich eine lange Tradition...

Sport und Bewegung

Im Bereich Sport und Bewegung sind in Österreich rund 576.000 Personen freiwillig tätig.

Beweggründe für die Freiwilligentätigkeit

Österreichs Freiwillige bewegen viel. Und das aus höchst unterschiedli­chen Motiven. Die wichtigsten Motive für Freiwilligenarbeit sind: anderen Menschen helfen (90 Prozent), Spaß am Engagement haben und etwas Nützliches zum Gemeinwohl beitragen (jeweils 82 Prozent), mit Menschen in Kontakt kommen sowie eigene Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen (je 74 Prozent), selbst aktiv bleiben (71 Prozent), sich für eine wichtige Sache engagieren (68 Prozent), dazulernen (65 Prozent) oder es bringt mir selbst einen Nutzen (64 Prozent). Die Vielfalt der Motive und Antriebskräfte widerspiegelt sich in einer vielfältigen und bunten Freiwilligen-Kultur.

Ja