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Begriffsdefinition

Hintergrund

Der Begriff „freiwilliges Engagement" fast zusammen, was nicht nur im Alltagsgebrauch, sondern auch in der wissenschaftlichen Forschung sehr unterschiedlich bezeichnet wird: Freiwilligenarbeit, Ehrenamt, Freiwilligentätigkeiten, bürgerschaftliches Engagement, zivilgesellschaftliches Engagement etc. Mit jedem dieser Begriffe wird etwas Spezifisches hervorgehoben, eine Perspektive ins Blickfeld gerückt, werden neue Assoziationen ausgelöst - zugleich wird etwas anderes vernachlässigt oder ausgeblendet. „Den" einheitsstiftenden und alle Sachverhalte angemessen repräsentierenden Begriff gibt es nicht.

Das Bundesgesetz zur Förderung von freiwilligem Engagement (Freiwilligengesetz - FreiwG) regelt die Rahmenbedingungen für formelle freiwillige Tätigkeiten im Interesse der Allgemeinheit mit der Zielsetzung, solche Tätigkeiten zu unterstützen und die Teilnahme zu fördern.

Entsprechend liegt Freiwilliges Engagement gemäß Freiwilligengesetz dann vor, wenn natürliche Personen freiwillig Leistungen für andere, in einem organisatorischen Rahmen, unentgeltlich, mit dem Zweck der Förderung der Allgemeinheit oder aus vorwiegend sozialen Motiven und ohne dass dies in Erwerbsabsicht, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses oder im Rahmen einer Berufsausbildung, erfolgt, erbringen. Als freiwilliges Engagement gelten auch Maßnahmen zur persönlichen und fachlichen Aus- und Fortbildung, die für die Freiwilligenorganisation und Umsetzung der freiwilligen Tätigkeit erforderlich sind, sowie die Teilnahme am europäischen Freiwilligendienst im Rahmen Verordnung (EU) Nr. 1288/2013.

Diese Form des freiwilligen Engagements, das im Rahmen von Vereinen und Organisationen erfolgt, wird als formelle Freiwilligenarbeit bezeichnet. Als informelle Freiwilligenarbeit werden jene unbezahlten Tätigkeiten außerhalb des eigenen Haushalts bezeichnet, die nicht im Rahmen einer Organisation, also ohne instiutionellen Rahmen erfolgt. Bekannteste Form hier ist eine freiwillige Tätigkeit im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. 

Begriffsdefinitionen

Die Tätigkeit des „Ehrenamtes" stammt aus der Zeit des 19. Jahrhunderts. Seine Wurzeln liegen einerseits in den administrativ politischen Ehrenämtern, andererseits in der humanitär und karitativ christlichen Hilfstätigkeit gegenüber Armen.

Das heutige Ehrenamt hat sich durch Rahmenbedingungen, Funktionen, Bereiche und Aufgaben stark verändert. Der Begriff wird, aufgrund seiner Geschichte, mehrheitlich mit gewählten, ernannten oder bestellten Posten in Verbindung gebracht, die innerhalb entsprechender Organisationen wie Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Dachverbänden vergeben werden. Allerdings wird die Bezeichnung „ehrenamtlich" in zahlreichen Organisationen ganz generell und damit auch für ausführende Tätigkeiten verwendet.

Der in der deutschen Sprache weitaus jüngere Begriff „Freiwilligenarbeit" entspricht der wörtlichen Übersetzung des englischen Ausdrucks „voluntary work" bzw. „volunteer labour". Innerhalb der Europäischen Union hat sich der Begriff „Freiwilligentätigkeit(en)" etabliert, der sich an dem englischen „Volunteering" orientiert. Die Bezeichnung „Freiwilligenarbeit" wird häufig dahingehend kritisiert, dass sie insofern zwiespältig sei, als bezahlte Erwerbsarbeit im Prinzip ebenfalls freiwillig und nicht unter Zwang erfolge. Der Begriff Freiwilligenarbeit ist in der deutschen Sprache nicht so etabliert wie das englische „Volunteering". Manche - insbesondere international agierende - Organisationen greifen daher auf den englischen Ausdruck zurück.

Mit der Bezeichnung der Aktivität als Tätigkeit, Arbeit oder Engagement werden unterschiedliche Wertnuancen hervorgehoben. Der neutralste Begriff ist die Tätigkeit. Mit der Bezeichnung Arbeit wird häufig der produktive Charakter freiwilliger Betätigung betont. Während durch Erwerbsarbeit Waren und Dienstleistungen hergestellt und durch Familientätigkeiten unterschiedlichste unbezahlte Leistungen für Familienmitglieder erbracht werden, sind als Ergebnis von Freiwilligenarbeit die Herstellung von Gemeinschaftsgütern und die Erbringung von Beiträgen für das Gemeinwohl zu sehen.

Der Begriff Engagement stammt vom französischen Wort „engager" ab und bedeutet lt. Duden u. a. „sich binden, sich [leidenschaftlich] auf etwas einlassen, verpflichten". Der Begriff betont die interne Motivation sowie die sich selbst auferlegte Verpflichtung und beleuchtet demnach einen anderen Aspekt als der Begriff der Arbeit.

Bei den Begriffen „bürgerschaftliches" bzw. „zivilgesellschaftliches Engagement" geht es jeweils um die Rolle der Bürger/innen, die sich im Rahmen der Demokratie selbst organisieren und auf die Geschicke des Gemeinwesens einwirken können. Die Begriffe werden weitgehend synonym verwendet, Unterschiede mitunter dahingehend gemacht, dass Zivilgesellschaft besonders das basisnahe, politische Engagement „von unten" verdeutlicht, das auch eine kritische Haltung gegenüber dem Staat und dem Markt einnehmen kann. Der Begriff „bürgerschaftliches Engagement" betont hingegen die Übernahme verschiedener Aufgaben im Rahmen des Gemeinwesens.

Aufgrund der diffizilen Abgrenzung der Begriffe und ihrer unterschiedlichen Verwendung im Gebrauch der Organisationen werden die Begriffe Freiwilligenarbeit, ehrenamtliche Arbeit sowie freiwilliges oder ehrenamtliches Engagement weitgehend synonym verwendet.

Nein